Früher war die Verlobung das feste Versprechen, sich innerhalb eines Jahres zu ehelichen. Bis weit in die Neuzeit war eine Verlobung sogar rechtlich bindend. Seitdem hat sich einiges verändert.

Eine Verlobung (juristisch als “Verlöbnis” bezeichnet) ist ein ungeschriebener Vertrag. Dazu braucht es keine Augenzeugen; es reicht, dass zum Zeitpunkt der Verlobung beide Partner einverstanden waren. Weitere Voraussetzungen gibt es nicht – es müssen nicht einmal beide volljährig sein! Sobald ein Paar verlobt ist, gilt es juristisch gesehen als verwandt und muss vor Gericht nicht gegeneinander aussagen.

Überlegt es sich einer der beiden jedoch noch vor der Hochzeit anders und löst die Verlobung auf, muss er alles für Hochzeitsvorbereitungen ausgegebene Geld zurückerstatten. Auch Geschenke, die sich das Paar gemacht hat, können zurückgefordert werden. Untreue zählt jedoch als guter Grund, eine Verlobung aufzulösen. In diesem Fall hat der betrogene Partner ein Recht auf Schadensersatz. Nach zwei Jahren verjähren all diese Ansprüche. Die meisten Paare, etwa 80 Prozent, trauen sich aber innerhalb eines Jahres nach der Verlobung. Letztlich kann man nicht gegen seinen Willen vor den Traualtar geschleift werden: Das Eheversprechen ist juristisch nicht einklagbar.